Sichtbarkeit von Frauen im Zürcher Stadtbild

Sichtbarkeit von Frauen im Zürcher Stadtbild

Im Nachgang zum Frauenstreik vom Juni 2019 thematisierten zwei grüne Politikerinnen, die Gemeinderätin Elena Marti und die heutigen Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber, die Sichtbarkeit von Frauen im Zürcher Stadtbild und regten an, den allseits bekannten und doch namenlosen „Dennerplatz“ im Zürcher Kreis 5 nach einer Frau zu benennen. Seit September 2020 heisst er nun zu Ehren der promovierten Ökonomin und ersten Zürcher Stadträtin (SP) „Emilie-Lieberherr-Platz“.

Das Bewusstsein für die bisher vernachlässigte Würdigung von Frauen bei der Benennung von Zürcher Strassen und Plätzen war nun geschärft. Um ihren Reformwillen zu verdeutlichen wandte die Stadt Zürich einen besonderen Kniff an. Einige bestehende Strassen, nämlich die Elsastrasse, Erikastrasse, Getrudstrasse, der Hedwigsteig, der Margaretenweg, die Martastrasse und die Olgastrasse, trugen bereits weibliche Vornamen, waren aber ursprünglich nicht nach real existierenden Persönlichkeiten benannt worden. Diese Strassen wurden im Dezember 2020 mit entsprechend aufgestellten Tafeln den Ökonominnen Elsa Gasser und Erika Rikli, der Anwältin Gertrud Heinzelmann, der Historikerin Hedwig Strehler, der Dichterin Margarete Susmann, der Schulgründerin Marta von Meyenburg und der Autorin Olga Meyer zugeschrieben. Besonders zu erwähnen ist hier die Bertastrasse im Sihlfeld, die nun der ETH-Absolventin und Saffa-Architektin Berta Rahm gewidmet ist.

HB

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Abbildungen:
Emilie Lieberherr, Still aus der Doku Emilie Lieberherr kandidiert für den Stadtrat (1970) (SRF Archiv) und Berta Rahm (Gosteli Stiftung).